Spees mit Cees
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Das 12/12er System
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Vor 7- 8 Jahren habe ich schon des Öfteren geschrieben: Die herrschenden Stecklingskulturen in den Niederlanden bleiben nicht auf Dauer bestehen. Es wird die Zeit kommen, dass die Menschen daran das Interesse verlieren und wieder lernen aus Samen zu züchten. Die Gründe dafür liegen auf der Hand:
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A- Stecklinge sind teuer und werden ständig teurer.
B- Stecklinge machen den Züchter abhängig.
C- Von 10 Stecklingen sind im Allgemeinen nur 5 Stecklinge gesund.
D- Stecklinge lassen nicht erkennen, von welcher Sorte sie abstammen.
E- Stecklinge brauchen Zeit, um sich zu akklimatisieren und oft gibt es welche dabei, die eingehen oder in der Entwicklung zurück bleiben.
F- Stecklinge erzeugen viele Nebenäste, die keine Buds von nennenswerter Größe abgeben.
G- Stecklinge sind oft mit Spinnmilben oder Thripsen belastet.
H- Neue Stecklinge zu beschaffen verursacht persönlichen Stress.
I- Selber Stecklinge zu produzieren braucht viel Platz für die Mutterpflanze(n) und außerdem einen Stecklingsraum.
J- Das Züchten aus Samen braucht hingegen nur ein paar TL-Leuchten (Neonröhren mit blauem Lichtspektrum), um die Saat zu einem ansehnlichen Resultat wachsen zu lassen.
K- Stecklinge verursachen 20x so viel Arbeitszeit beim Maniküren als Samenpflanzen, die direkt auf 12 Stunden Licht gesetzt werden.
L- Mit Samen arbeiten kostet viel weniger Strom.
M- Samenpflanzen sind wesentlich stärker und haben ein größeres Vermögen sich selbst zu regulieren als Stecklinge.
Soll ich noch mehr Gründe aufzählen oder fängt es allmählich an zu klingeln?
Es ist 2007 und wir haben wegen der stets härter werdenden Politik in den Niederlanden keine andere Wahl, als bei der Cannabiszucht in Räumen, jeden Quadratzentimeter bis zum Äußersten auszubeuten. Das beste System dafür ist das kontinuierliche 12/12 Stunden System, das ich schon seit Jahren anpreise und einige Erfolge damit vorweisen kann. Du kannst es glauben - oder auch nicht ... wir züchten mit diesem System 1,2 Gramm pro Watt und ernten 6 Mal im Jahr. Mit einer `schnellen` Sorte sogar 7 Mal im Jahr! Die Fotos in diesem Bericht sind von Pflanzen, die unter 12 Stunden Licht gekeimt sind und niemals mehr als 12 Stunden Licht innerhalb von 24 Stunden erhalten haben. Es ist im Grunde ganz einfach. Das alles passiert in einem Raum, in dem auch die Pflanzen fertig blühen können.
Es funktioniert wie folgt:
In einem Eckchen von dem Blühraum werden unter ein paar TL-Leuchten 19-22 Tage vor der Ernte eine Anzahl Samen zum Keimen gebracht. Dazu verwende ich 9x9cm- oder 10x10cm-Töpfchen. Die besten TL-Leuchten, die ich am liebsten verwende, sind Phillips 33 Cool White. (NICHT deluxe cool white, die Billigen sind die Richtigen.) Ich sähe jeweils einen Samen pro Töpfchen, alle gleich tief ein (am liebsten 0,7mm tief) und gebe während der Keimphase nur 12 Stunden Licht auf ihre Köpfe. Mit einer guten Raumtemperatur sollten die Samen nach 50 bis 55 Stunden keimen. Ich achte auf gutes Substrat oder mixe minimal 40 % Lehmboden unter einfache Anzuchterde. Wenn die Erde zu minderwertig ist, kommen die Helme von den Sämlingen mit nach oben und die Pflanzen sprießen, anstatt dass sie schön kurz und kompakt im Wuchs bleiben und starke, dicke Stämme bilden.
In einem Raum für TL-Leuchten außerhalb der Blüteecke bekommen sie dann einen Tag (24 Stunden) volles Licht auf ihre Köpfe, um sie daraufhin allerdings direkt auf 12 Stunden zu setzen. Auf diese Art bekommen sie einen Schub. Ich sorge in jeden Fall dafür, wenn die meisten Keimlinge über der Erde stehen, die Zeitschaltuhr auf 12/12 Stunden zu stellen. Wenn in dem Raum, wo die Samen keimen auch Pflanzen stehen, die in der Blütephase fertig blühen, dann setzte ich die Zeitschaltuhr auch exakt auf die gleiche Zeit, wie die Zeitschaltuhr für die Pflanzen, die schon unter HPS blühen. Sobald die Samen aus der Erde kommen, brauchen sie intensives Licht. Ich halte die Erde feucht und achte auf gute Ventilation.
Durch die 12/12er Wachstumsmethode zwinge ich die Sämlinge beinahe, ihr Geschlecht zu wählen. Wenn nach 3 Wochen unter HPS-Lampen geerntet wird, stehen die neuen „Frauen" schon bereit, um direkt weiter zu blühen, denn die männlichen Pflanzen bei den Sämlingen können meist rund um den 16. bis 17. Tag selektiert werden. Ich lasse sie meist noch bis zum 20. oder 21. Tag stehen, um wirklich sicher zu sein, dass keine männlichen Pflanzen mehr dabei sind. Ein ganz großer Vorteil ist es auch, dass die HPS-Lampen niemals länger als 12 Stunden am Stück zu leuchten brauchen. Das spart natürlich viel Strom! Und das Allerschönste ist, dass die Pflanzenecke keinen Tag unbenutzt bleiben muss. Vorsicht: extreme Sativa-Sorten (wie Haze) brauchen etwas länger, bis sie ihre Geschlechtsmerkmale zeigen.
Die Sämlinge haben nun schon 3 Wochen unter 12 Stunden TL-Licht gestanden, bevor sie unter die HPS-Lampe gestellt werden. Die anderen, fertig geblühten Pflanzen sind gerade geerntet worden und so ist für die „neuen“ Pflanzen genügend Platz geschaffen worden. Sie brauchen jetzt noch 7 Wochen, um fertig zu blühen.
Meine Rechnung ist folgende: 7 Wochen Blüte = 7x7 Wochen, = 49 Wochen. Ein Jahr hat bekanntlich 52 Wochen, sodass so etwas Zeit übrig bleibt. Auf diese Weise gezüchtete Cannabisfrauen erzeugen nur eine große, lange Hauptcola. Deshalb ist es nicht verwunderlich, weshalb locker 26-30 Pflanzen auf einem Quadratmeter Platz finden. (26 Pflanzen bei einer 400-Watt-Lampe und 30 Pflanzen bei einer 600-Watt-Lampe.) Es wachsen nur wenige Seitenäste, also hält sich die Schneidearbeit in Grenzen. Die Pflanzen wachsen aber durchschnittlich einen Meter hoch, abhängig von der Sorte. Wenn man bedenkt, dass 85-90% der Erntemenge von den Haupttrieben stammen ... warum sollte der Züchter sich mit mickrigen Seitenästen ärgern, die viel Licht schlucken, Platz wegnehmen und zudem zu viel frustrierende Schneidearbeit verursachen? Mit der Zucht aus Samen wird außerdem die Einschleppung von Spinnmilben oder Thripsen ausgeschlossen!
In der Zucht aus Samen steckt die Zukunft. Die Stecklingskultur in den Niederlanden ist am Zusammenbrechen. Zum Teil wegen der Justiz, aber auch weil die Zucht aus Samen höhere Erträge liefert. Wer dafür sorgt, die Zucht aus Samen zu beherrschen, ist den Stecklingsbauern zwei Schritte voraus. Zuletzt sind aus Samen gezogene Pflanzen mit ihrer Pfahlwurzel auch viel stärker als die Stecklinge mit ihren Notwurzeln. Mehr Qualität und mehr Quantität gehen hier Hand in Hand.
Samen lassen sich in den Niederlanden leichter beschaffen als Stecklinge und in den meisten europäischen Ländern kann man Hanfsamen über das Internet bestellen. So agiert der Züchter anonymer und sicherer.
Spees Cees
