Spees mit Cees
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Achte immer auf den pH!!!
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Der Säuregrad des Mediums und des Trinkwassers wird zu meinem Erstaunen, von den Growern immer noch stark unterschätzt, wobei es doch von essenzieller Wichtigkeit ist.
„Warum in Himmelsnamen soll das so wichtig sein, Cees?" werde ich gefragt. „Es geht doch mehr um den EC-Wert …?" Nun ja, ich bin deshalb selber als „Cannabisguru" nach Nepal gereist, um Erdproben an den Plätzen zu sammeln, wo die Cannabispflanzen noch wirklich heimisch sind und sich selber spontan und natürlich fortpflanzen können. Die Proben hatten eins gemein: Sie zeigten alle einen pH-Wert von pH 6,1. Dadurch, dass die Proben im frühen Frühjahr genommen wurden, sollte man annehmen, dass dieser pH-Wert während der Saison weiter steigt, durch die Salze und Nährstoffe (die Ballaststoffe). Ausgehend von diesen natürlichen Bedingungen kann man getrost davon ausgehen, dass unsere Lieblingspflanzen am besten in einem Medium gedeihen, das durchschnittlich 6,2 – 6,3 pH misst. Auf Steinwolle müssen wir von anderen Werten ausgehen, da Steinwolle sehr hohe Mengen Ballast an sich bindet. |
Aufnahme
Um die Einsicht zu erlangen, warum der richtige pH-Wert so wichtig ist, bekommt du folgende Weisheit: Die extrem feinen Trinkwürzelchen der Pflanze sitzen komplex ineinander, aber einzigartig. Sie besitzen feine Membrane, die sehr fein reagieren. Wenn der pH-Wert rund um diese Wurzeln nicht annähernd dem pH-Wert in den Wurzeln gleicht, dann schließen sich die kleinen Membranen und die Pflanze nimmt so nichts mehr auf! Ebenfalls ein zu nasses Medium sorgt dafür, dass die kleinen Membranen geschlossen bleiben. Ist der EC-Wert (Nährstoffwert) zu hoch, dann ist dies toxisch (giftig) für die Pflanzen und dann werden die Pflanzen wiederum keine Nährstoffe aufnehmen können. Daraus folgt, dass die Pflanze „Aufbaustoffe" aus ihren Schutzblättern zieht und zwar so lange, bis die Situation rund um die Trinkwurzeln wieder hergestellt ist. Wenn man in Töpfen growt und versehentlich zu viel gedüngt hat, wird dadurch das Medium für die Pflanzen giftig. Dann gibt es noch eine Möglichkeit das wieder zu korrigieren, indem man schnell handelt. Ich entferne etwas von der Erde oder Kokos, sofern das oben in den Töpfen möglich ist. Dann spüle ich mit lau bis leicht warmem Wasser. Dabei spüle ich mit bis zu zehn Litern Wasser durch und lasse die Pflanze dann eine halbe Stunde lang abtropfen. Anschließend spüle ich sie noch einmal mit ein paar Liter Wasser mit einem pH-Wert von 6,0. Nun Daumen hoch und hoffen, dass es nicht zu spät für diese Rettungsaktion war. Um zu kontrollieren, ob die Pflanzen eine Vergiftung durchlaufen haben, kann man Folgendes machen: Ich nehme die Pflanze aus ihrem Topf und entferne sämtliches Substrat. Das lässt sich am besten zu zweit erledigen. Dann nehme ich eine Kaffeetasse und fülle diese drei viertel voll mit dem Substrat aus dem unteren Teil, wo sich die Trinkwurzeln befinden. Den Rest des Tasseninhaltes fülle ich mit neutralem Wasser (pH-7) und rühre alles gut um. Das Ganze lasse ich zwei Stunden stehen und stecke darauf hin das EC-Messgerät in diese Lösung, um zu checken, wie hoch dieser Wert ist. Alles über einem EC-Wert, der über 2,5 liegt, ist definitiv zu hoch. Sollte der EC-Wert über 3,0EC liegen, spüle ich so lange nach derselben Methode weiter (siehe oben), bis der EC-Wert stimmt.
Alle EC-Werte, die über 2,5EC liegen, können zudem gesenkt werden, indem man die nächsten paar Mal mit der Düngerration aussetzt. Ich tauche natürlich auch noch das pH-Messgerät kurz in die Tasse … denn Wissen ist Messen.
Nahrung
Die Frage, woran man erkennt, ob eine Pflanze Vergiftungen durchleben musste, steht natürlich zentral in Raum. In 90% der Fälle zeigen sich gelb/braun/rostige Flecken auf dem Blatt. Oft beginnt dies an den Schutzblättern in der Mitte der Pflanze! Eine Phosphor- und/oder Magnesiumvergiftung stecken in diesen Fällen dahinter. Aber man sollte vor allem damit rechnen, dass diese Vergiftungserscheinungen dann entstehen, wenn die Pflanzen längere Zeit zu nass standen. Dadurch dass die Pflanze so an ihrer regulären Nährstoff- und Wasseraufnahme permanent gehindert wird, startet sie „Notsprünge“ und es entstehen solche Vergiftungen. Nun kann man in solchen Momenten das ganze Internet durchsurfen und kommt dann auch nicht weiter! Dort gibt es zwar viele Fotos von vergifteten Pflanzen, das ja, aber sie sehen sich doch ziemlich ähnlich. Auch die Lösungsvorschläge sind ähnlich: spülen, spülen, spülen.
Vorbeugen ist auch da wieder besser als kurieren. Also darum sollte man nie zu viel Wasser oder Nahrung geben. Mancher „Profigrower“ möchte gerne noch eine extra Schub Dünger geben, um den Ertrag zu steigern, aber dann sollten sie auch immer die nächste Düngung auslassen und nur mit klarem Wasser (pH7) spülen. Darauf sollte man immer achten, auch dass die Pflanzen besser zweimal zu trocken, als einmal zu nass stehen. Auch ein leichter Nährstoffmangel ist wesentlich besser für die Pflanzen, als eine Überdosierung mit Dünger, die die Pflanze nicht verarbeiten kann.
Wasser
In Töpfen zu growen ist oft schwieriger als man denkt. Ein kleiner Anbauraum mit einer Fläche für acht oder zehn Pflanzen, in der die Töpfe der Pflanzen in einem Becken oder einer Wanne stehen, ist besser geeignet, als einzelne Töpfe. Man kann sie so von unten bewässern, ohne sie zu versetzen. Wenn man zwei Lampen hängen hat, dann ist das wieder etwas komplizierter. Mit einer stabilen Teichfolie lässt sich aber ein Becken konstruieren, in dem man gut von unten bewässern kann, ohne die Töpfe zu berühren. Dann lässt sich auch prima ein Stütznetz spannen, anstatt Bambusstäbe zur Stabilisierung in die Töpfe zu stecken. Wie auch immer, man sollte stets von unten bewässern, wenn die Sämlinge oder Stecklinge gut durchwurzelt sind. Es hat mich auch schon manches Mal gewundert, dass es nur wenige Hydrogrower gibt, die ihre Tropfer der Bewässerungsanlage den gesamten Zyklus auf oder in dem Startblock stehen lassen. Wenn die Stecklinge mit ihren Wurzeln die Steinwollmatten einmal durchdrungen haben, sollte der Tropfer aus dem Startblock entfernt und dahinter in die Steinwollmatte gesteckt werden. Das gibt der Pflanze die Möglichkeit, den Ballast im Startblock abzubauen, ohne dass er ständig in die Matten zurückgespült wird. Die Startblöcke werden dann von den Ballaststoffen weiß verfärben, aber das stört die Pflanze nicht. Dann merkt man auch gleich, dass man weniger spülen muss …
Hydro
Wenn man in Ländern, wo der Cannabisanbau legal ist, plant, eben so eine Lampe aufzuhängen, um für den eigenen Bedarf zu growen, sollte man zuerst in Töpfen auf Erde anbauen, um nicht vom Regen in die Traufe zu kommen. Auf Hydrosystemen growen heißt nicht, dass es automatisch funktioniert, wie viele Grower immer noch denken. Hydroanbau erfordert einige Erfahrung und das gewisse „Know-how", was die Menschen gerne vergessen, weil sie glauben, einfach eine „automatische" Growanlage installieren zu können, ohne sich darum kümmern zu müssen. Auf natürlicher Erde kann man den einen oder anderen Anfängerfehler auffangen. Die Pflanzen, die in Erde stehen, haben die Möglichkeit, ihre Nahrungsaufnahme selbst zu regulieren (Pufferfunktion der Erde). Natürlich kann man sich schnell eine moderne Hydroanlage anschaffen, aber man sollte daran denken, dass jeder Fehler sofort bestraft wird. Bevor man sich jedoch gleich eine teure Hydroanlage zulegt, sollte man sich auf jeden Fall einen „Wing"-Reflektor zulegen. Die Anschaffung dafür ist relativ günstig und bringt eine optimale Lichtverwertung, denn Licht ist Gewicht!
Elektrik
Zum Schluss noch ein paar andere wichtige SpeesCees-Tipps: Zuallererst sollte sich jeder vor Inbetriebnahme seiner elektrischen Komponenten mit den Sicherheitsbedingungen auseinander setzen. Am besten lässt man sich von einem Elektrofachmann beraten. Das Letzte, was einem passieren sollte, ist ein Brand im Growraum! Jedes Jahr fliegen hunderte Growanlagen auf, weil sie nicht genügend Sorgfalt bei der elektrischen Installation walten ließen. Das ist nicht nur eine große Gefahr für den eigenen Leib, oftmals breitet sich das Feuer auch auf die Nachbargebäude aus … Noch ein Rat: Die Pflanzen antworten zwar niemals, dennoch glaube ich, dass es effektiver ist, mit ihnen zu reden, als mit einem Betrunkenen an der Bar. Pflanzen growen ist ein superschönes Hobby.
Still hocked on it.
Stay high and take time to fly!
Spees Cees
