Spees mit Cees
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Was werden wir in 10 Jahren rauchen?
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Diese Frage wird man als Züchter wohl lange diskutieren können. Die Genetik ist eine sensible Sache, da ist jeder Wissenschaftler wohl der gleichen Meinung. Wie steht es damit bei den heutigen Cannabis Varietäten? Folgende Fakten sollen einen besseren Einblick in die Entwicklung der Cannabis Genetik geben:
Am Anfang der siebziger Jahre gab es in Wageningen ein paar enthusiastische Studenten, die sich mit der Pflanzenveredelung von Cannabis näher befassten. Durch die Verwendung des sehr giftigen Colchicins (C22H25NO6) wurden die Samen manipuliert. Die Samen, die nach einer Behandlung in einer Lösung mit Colchicin über Nacht noch keimen, ergeben polyploide Pflanzen. Diese Pflanzen sind bis zur dritten nachfolgenden Generation hoch giftig!
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Welchen Einfluss dieser “Veredelungsversuch” heutzutage noch auf die im Umlauf befindlichen Cannabissorten hat, ist die Frage. Um ehrlich zu sein ... ich werde keine reelle Schätzung darüber machen können. Was ich hingegen weiß ist, dass man durch natürliche Selektion auch sehr weit kommt und dass ich selbst noch niemals Colchicin benutzt habe.
Wie funktioniert es dann in der natürlichen Selektion?
Der Moment, in dem die Zucht einer Sorte auf natürliche Art die gewünschte Qualität und Stabilität erreicht, soll nach allgemeiner wissenschaftlicher Auffassung in der sechsten Generation (F-6) wieder stattfinden. Respekt vor der Wissenschaft, aber das gilt jedoch so nicht für die Cannabispflanzen. Cannabis braucht hingegen bis zu acht Generationen (F8), um wieder eine saubere und stabile Sorte zu erhalten. Um bis zur achten Generation (F8) zu züchten, ist etwas Erfahrung und eine Portion Glück von Nöten, um zu einem befriedigenden Ergebnis zu gelangen. Es beginnt mit einem Vater (männliche Pflanze) und einer Mutter (weibliche Pflanze). Die Mutterpflanze habe ich zuvor harten Prüfungen unterzogen, um heraus zu finden, ob sie eventuell dazu neigt Hermafroditsymptome (Zwittersymptome) zu bilden. Die Samen, die aus den beiden erwählten Eltern entstehen, bilden die Basis für die Zucht einer neuen Sorte. Aus diesen Samen selektiere ich dann eine männliche Pflanze. Diese männliche Pflanze wird dann erneut mit der Mutter gekreuzt. Die Samen, die daraus entstehen, bezeichnet man als F-1. Eine F-1 Hybride ist es erst dann, wenn der Vater und die Mutter aus zwei verschiedenen eingekreuzten Sorten bestehen. Die Samen, die aus solchen X-Müttern wachsen werden benötigt um weiter einzukreuzen. Man nimmt von diesen Samen wiederum eine männliche Pflanze und bestäubt damit die originale Mutter. Das Ganze wird acht Mal wiederholt, so erhält man stabilen F-8 Samen. Während dieses Prozesses werden die Pflanzen ständig selektiert. Persönlich suche ich mir aus mindestens fünfundzwanzig männlichen Pflanzen die geeignete Pflanze heraus. Dabei kommt es auf eine weise Voraussicht - aber auch auf ein Quäntchen Glück an.
Worauf man bei der Selektion im Einzelnen achten sollte ist dabei noch wesentlich komplizierter. Angefangen von der Keimungsrate, dem Lebenswillen, der Anordnung der Nodien (Blattknoten), über robuste Stängel, satt dunkel grünen Blättern, guter Wurzelentwickelung bis hin zur Zeitdauer der allgemeinen Entwicklung. Das alles sind wichtige Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt, bevor man entscheidet, mit welcher männlichen Pflanze man weiter züchtet.
Die meisten Gewächse, die heutzutage im Garten, im Treibhaus oder auf dem Acker kultiviert werden, stammen aus F-1 Hybrid Sämereien. Eine F-1 Hybride stammt von zwei stark eingekreuzten Sorten. Was bei der einen Sorte dabei zu kurz gekommen sein könnte, kann in der anderen Sorte reichlich vorhanden sein. So steht eine F-1 Hybride als 99%iger Garant für sehr robuste und homogene Pflanzen. Die Kreuzung dieser F-1 Hybriden ergeben Samen, mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften. So bleibt man in der Regel abhängig von der Samenbank, die die F-1 Hybriden anbieten, wenn man wieder zu dem gleichen Ergebnis kommen möchte. Jedenfalls behalten die Samenbanken die Samen vom “Vater” und die der “Mutter” sicher verwahrt, um aufs neue diese F-1 Hybriden züchten zu können.
Dass wir inzwischen Cannabis kultivieren, das um ein Vielfaches stärker ist, als es in der Vergangenheit war, aus Ländern wie zum Beispiel Kolumbien, Kenia, Senegal, Kongo, Thailand, Indonesien, u.a. dürfte klar sein. ... obwohl die Thaisticks in den 80er Jahren doch auch verdammt gut waren. Der Grund für die Qualitätssteigerung liegt auf der Hand. In der freien Natur ist eine strenge Selektierung nämlich nicht möglich. Abgesehen davon habe ich die Vermutung, dass es eigentlich keine reinen Indikas mehr gibt. Cannabis (auch der Industriehanf) wird weltweit unglaublich oft angepflanzt. Wenn man bedenkt, dass die Pollen mit Leichtigkeit 1000 km bis 1500 km weit mit dem Wind verteilt werden, dann wundert dies nicht. Die reinsten Indicasamen sind momentan nur noch in alten Samenbanken zu finden, anstatt in ihren ursprünglichen Anbaugebieten. So begegnet man zum Beispiel in Nepal hauptsächlich nur noch Sativas.
Dass wir in den Niederlanden besonders gute Zuchtergebnisse vorweisen können, dürfte deutlich sein. Ein Teil der Bevölkerung verbreitet Panik, indem sie behaupten, dass das heutige Gras so stark sei, wie harte Drogen. Nun - sie wissen nicht, worüber sie sprechen! Natürlich ist das heutige Gras viel stärker. Natürlich deshalb, weil es indoor viel einfacher ist, um effektiv zu selektieren. Fakt ist auch, dass man weniger Gras in einen Joint stopft als vor zwanzig Jahren, als wir das importierte Gras rauchten. Und das haben wir größtenteils den niederländischen Züchtern zu verdanken.
"Verweiblichte Samen" (Faktor Hermaphrodit) werden überall als "wirklich weibliche" Samen angeboten, zu hohen Preisen. Viele Menschen haben inzwischen genug Erfahrung damit gesammelt, um zu dem Schluss zu kommen, dass "verweiblichte Saat" (feminized) leicht zu Zwittersymptomen neigt.
No Mercy Supply war weltweit die erste Samenbank, die wirklich weibliches Saatgut auf den Markt gebracht haben und bisher habe ich noch nirgendwo anders weibliche Samen gesehen. Wie manche Züchter und/oder Samenbanken ihre "verweiblichten" Samen produzieren, halten sie geheim. Unsere weiblichen Samen entstanden ausschließlich durch die Manipulation mit dem natürlichen Stoff Gibberellinsäure ((GA) ein pflanzliches Wachstumshormon (Phytohormon)). Mel Frank schrieb schon Ende der 60er Jahre, dass es damit klappen müsste, auch wenn es ihm bis dahin selber nicht geglückt war. Es dauerte vierzehn Jahre, bevor es mir glückte, wirklich 100% weibliche Samen zu züchten. Cannabis trägt von Natur aus den Faktor Hermaphrodit in sich. Aber um diesen Faktor zu gebrauchen (ich nenne es missbrauchen), um verweiblichte Samen zu erhalten, wird der Genetik unserer Lieblingspflanze sicher nicht gut getan. Ein Trend der letzten Jahre ist, dass man immer mehr Hazesorten einkreuzt, um besseres Gras zu züchten. Das hat sich meiner Ansicht nach auch gelohnt. Haze eingekreuzt mit einer kurz blühenden Sorte und somit in möglichst kurzer Zeit erntefertig ergeben ständig neue, interessante Grassorten. Es gibt inzwischen Sorten, die innerhalb elf Wochen fertig sind und doch einen Hazegeschmack behalten haben. Persönlich glaube ich, dass wir in puncto THC-Gehalt nicht viel höher kommen können. Aber das ist auch gut so, denn dann können wir uns um andere wichtige Dinge kümmern.
Sorten züchten, die gegen Schimmel und/oder Blütenfäulnis resistent sind, da liegt noch ein großes Terrain offen. Auch die Verdampfer haben eine neue Periode eingeläutet. Das Rauchen mittels eines Verdampfers liegt immer stärker im Trend und das halte ich ebenfalls für eine gute Entwicklung. Die Verdampfer geben einen anderen Effekt im Vergleich zu einem Joint. Dies wird zukünftig mit sich bringen, dass konzentriertere Sorten gezüchtet werden, die “high” wirken anstatt “stoned”. Bleibt die Frage: Was werden wir in 10 Jahren rauchen? Sicherlich lässt sich darüber nur spekulieren!
Falls die Regierung mit ihrem Kreuzzug gegen Cannabis so weiter macht, wird die Entwicklung nicht viel weiter gehen. Kommt die Regierung hingegen zu einer anderen Einsicht, dann darf man erwarten, dass man in 10 Jahren Gras kaufen kann, was einer Qualitätskontrolle unterliegt.
Zurzeit sind wir davon jedoch noch weit entfernt. Es finden keinerlei Qualitätsbeurteilungen weder auf Schadstoffe (Pestizide oder Fungizide), Fremdstoffe (Streckmittel wie Blei, Glas, Zucker o.a.) oder prozentualer Wirkstoffe (THC u.a.) statt. Leider gibt auch nur wenige Coffeeshopbetreiber, die sich selber solche Qualitätsanforderungen auferlegen.
Die Regierung vertritt dazu lapidar die Auffassung: Sobald die Qualität von Cannabisprodukten staatlich kontrolliert würde, käme das einer Legalisierung von Cannabis gleich.
Die Qualität wird letztendlich doch gewinnen. Eine liberale Haltung der Regierung wäre dabei besonders hilfreich, um den Konsumenten/Bürger zu schützen. Sollte in der nahen Zukunft keine Unterstützung seitens der Regierung eintreten, werden wir in 10 Jahren wieder völlig der Willkür des niederländischen Schwarzmarkts ausgesetzt sein.
Die Zeit wird es zeigen.
Stay cool, high and take time to fly.
SpeesCees
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Colchicin: Colchicin ist vor allem bekannt als das Hauptalkaloid der einheimischen Herbstzeitlose, Colchicum autumnale L. (auch Wiesensafran genannt, Familie der Liliengewächse, Liliaceae). Das Reinalkaloid wurde von PELLETIER und CAVENTOU im Jahre 1819 entdeckt. Der Naturstoff ist ein starkes Mitosegift, denn er verhindert die Ausbildung des Spindelapparates der Zellen im Verlauf der Zellteilung. Die maximale Hemmung wird nach etwa 10 Stunden erreicht, sie beruht auf der Hemmung der Polymerisierung von Proteinen, die zur Spindelbildung erforderlich sind. Es ist auf diese Weise möglich, Pflanzenrassen mit erhöhter Chromosomenzahl (so genannte Polyploidisierung, Colchicin beeinflusst nicht die Chromosomenteilung!) und Riesenwuchs auf künstlichem Wege zu erzeugen. Die Substanz wird daher in der botanischen Forschung und Pflanzenzüchtung eingesetzt.
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| Polyploide Pflanzen: Polyploidie bezeichnet in der Biologie, dass bei manchen Arten zu beobachtende Phänomen, mehr als zwei Sätze von Chromosomen in den Zellen zu besitzen. Ein einfacher (haploider) Chromosomensatz enthält jedes Chromosom einmal, ein doppelter (diploider) Chromosomensatz zweimal. Ab drei Chromosomensätzen spricht man von Polyploidie. Die Polyploidie entsteht während der Meiose bei der Chromosomenvervielfältigung. Werden keine Spindelfasern gebildet oder die homologen Chromosomenpaare bei der Reduktionsteilung aus anderen Gründen nicht getrennt, so entstehen diploide Gameten. Die Ursachen für solche nicht erfolgten Trennungen können in Stoffwechselstörungen, Umwelteinflüssen (Kälte) oder durch den Menschen hinzugefügte Gifte (Colchicin oder 8-Hydroxychinolin) bestehen. |
| BRECHER Cannabis braucht hingegen bis zu acht Generationen (F8) um wieder eine saubere und stabile Sorte zu erhalten. So steht eine F-1 Hybride als 99%iger Garant für sehr robuste und homogene Pflanzen. Der Grund für die Qualitätssteigerung liegt auf der Hand. In der freien Natur ist eine strenge Selektierung nämlich nicht möglich. Es dauerte vierzehn Jahre, bevor es mir glückte, wirklich 100% weibliche Samen zu züchten. Sorten züchten, die Schimmel und/oder Blütenfäulnis resistent sind, da liegt noch ein großes Terrain offen. |